Eröffnung der Expo 2005 in Aichi (Japan) am 25. März unter dem Motto „Nature’s Wisdom“
Ein alter Baum wächst durch mehrere Etagen eines kunstvoll gewundenen Ausstellungsregals mit mehreren Plasmabildschirmen.
Lotusblumen in einem kleinen Teich lassen nach einem kurzen Regenguss die
Wassertropfen einfach abperlen und werden dabei auch noch sämtlichen
Staub und Dreck wieder los. Das Motto der diesjährigen Expo in Aichi,
Japan, die am Freitag, den 25.03.2005 ihre Tore geöffnet hat, lautet
„Nature’s Wisdom“ die Weisheit der Natur.
Daran angelehnt ist das Leitmotiv des deutschen "Bionis" Pavillons
„Lernen von der Natur “. Hier wird den Besuchern u. a.
die Bionik international häufig auch Biomimetik genannt
anhand von Ausstellungsstücken und Hintergrundinformationen näher gebracht.
In enger Zusammenarbeit mit dem vom BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) geförderten
Bionik-Kompetenz-Netz BIOKON präsentiert sich die Bundesrepublik Deutschland mit Produkten, die
Industrie und Wissenschaft der Natur abgeschaut haben.
Wie gut die Übertragung von biologischen Prinzipien funktionieren kann, wird den Besuchern sehr
einfallsreich und geschickt demonstriert: In einem Wasserbecken stehen Lotusblumen aus Kunststoff, deren
Oberflächen mit einem Lotus-Effekt®-Spray behandelt wurden, das eine Selbstreinigung der Blätter
ermöglicht das natürliche Vorbild und die industrielle Anwendung besitzen dadurch sehr
ähnliche Eigenschaften.
Verschiedene Methoden zur Bauteiloptimierung nach dem Vorbild der Bäume und Knochen werden in einem
aufwändig gestalteten Ausstellungsstück Schritt für Schritt erklärt. Dabei wird der
Zusammenhang zwischen den biologischen Vorbildern und den technischen Umsetzungen an Beispielen in kurzen
Videosequenzen erläutert. Flyer
Nicht nur von Pflanzen, auch von den Tieren kann die Technik noch viel lernen. Im „Bionis“
Pavillon ist beispielsweise ein Schwimmanzug zu sehen, der Strukturprinzipien der Haifischhaut umsetzt. Kleine
Zähnchen auf der Oberfläche vermindern den Reibungswiderstand und helfen somit Energie einzusparen.
Wie wichtig die wissenschaftliche Untersuchung von biologischen Modellen ist, zeigt sich am Beispiel von
innovativen Unterwasserfahrzeugen, deren Form von der Gestalt von Pinguinen inspiriert wurde. Die Vorzüge
dieser Form enthüllten sich erst, als Pinguine unter realistischen Bedingungen mit turbulenten Strömungen
getestet wurden. Frühere theoretische Überlegungen zum Design und vereinfachte Untersuchungen in
Strömungskanälen hatten zunächst keinerlei Vorteile erkennen lassen.
Für die wissenschaftliche Arbeitsweise der Bionik müssen allerdings zum Teil erst moderne Methoden
entwickelt werden, mit denen auch alte Probleme in einem ganz neuen Licht gesehen werden können. An einem
künstlichen Vogelmodell namens „Igor“ wird untersucht, welche Kräfte und Strömungen beim
Schlagflug auftreten.
Im Windkanal sollen mit modernsten Lasermessungen und computergestützten Berechnungsmodellen die Grundlagen
zur Entwicklung von neuartigen Flügelformen und Propellern für Flugzeuge geschaffen werden.
Die ausgestellten Exponate veranschaulichen sehr eindrücklich, wie groß das Spektrum der bionischen
Entwicklungsarbeit in Deutschland momentan ist. Insgesamt fünf Mitglieder des Bionik-Kompetenz-Netzes sind
auf der EXPO 2005 vertreten. Seitens der Industrie präsentieren EADS, Siemens und BMW von der Natur
inspirierte Produkte aus ihren Forschungsabteilungen. Ein weiteres Highlight stellt der „Sturmvogel“
von Otto Lilienthal, einem Pionier der deutschen Bionik, dar. Der „Bionis“ Pavillon beweist, wie
wichtig die Bionik mittlerweile geworden ist als Quelle grundlegender Innovationen und als Wissenschaft, die die
Weisheit der Natur nutzbar macht.