Naturorientiertes Lernen im Technikunterricht. Eine Einführung in
die Bionik für Lehrer.
156 Seiten, 94 Abbildungen, DM 49,--, ISBN 3-8265-1364-9, Shaker Verlag
Die Entfremdung des Menschen von der Natur und die daraus resultierende
Naturzerstörung durch die menschliche Technik ist immer deutlicher
spürbar. Der handelnde Zugang zur Natur und damit die Wiederherstellung
des ursprünglich auf Harmonie ausgerichteten Wechselverhältnisses
von Natur-Mensch-Technik kann durch Orientierung an den in Millionen Jahren
evolutionärer Prozesse hervorgebrachten effizienten Strukturen biologischer
Systeme erfolgen.
Unbestritten ist, dass viele Problemlösungen der Natur ökologischen
Anforderungen besser entsprechen als jene der heutigen Technik. Die in
der Natur verfolgte Strategie, mit einem Minimum an Material und Energie
ein Maximum an Funktionalität zu erreichen, ist auch richtungsweisend
für die Technikevolution.
Die Nutzung der belebten Natur mit ihrer Fülle und Vielfalt optimaler
Strukturen eignet sich daher selbst als Anregung und Lösungspotential
für eine umweltverträgliche und menschengerechte Technik. Naturorientierung
als Leitlinie aller Unterrichtsfächer ist für den pädagogischen
Prozeß deshalb bedeutsam, da sie durch Naturbegegnung und -betrachtung
das Interesse für die Schönheit Funktionalität und Effektivität
biologischer Strukturen weckt. Am Beispiel technischer Bildung werden
Möglichkeiten aufgezeigt wie durch heuristische Nutzung von Gesetzmäßigkeiten
der Evolution sowie von Funktions-, Struktur- und Organisationsprinzipien
biologischer Systeme technische Probleme zielgerichteter gelöst werden
können. Die lebende Natur wird dadurch im Unterricht zu einer bedeutsamen
Inspirationsquelle, einer Quelle also, die zum Weiterdenken, zum Lernen
veranlasst und entsprechendes Lernmaterial liefert.
An vielen Beispielen zeigt der Verfasser Möglichkeiten zur Gestaltung
eines handlungs- und problemorientierten naturnahen Technikunterrichtes
auf und trifft dabei Aussagen, wie durch systematische Analogiebildung
die Kreativität von Schülerinnen und Schülern gesteigert
werden kann. In diesem Zusammenhang wird nicht nur die Frage beantwortet,
wie biologische Strukturen zur Lösungsfindung anregen. Es geht dem
Autor vor allem darum, wie das Bestimmen von Entwicklungszielen für
neue technische Systeme auf der Grundlage der heuristischen Nutzung von
Gesetzmäßigkeiten der Evolution ausgeprägt werden kann.
Damit stehen neuartige "Werkzeuge" zur Zielbestimmung und Lösungsfindung,
wie Gesetzmäßigkeiten, Strategien, Methoden und Prinzipien
zum naturorientierten Lernen, zur Verfügung, die letztlich zur Ausprägung
eines fächerübergreifenden Entwicklungsdenkens führen.