FAQ - Häufig gestellte Fragen
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Wie und wo kann ich Bionik studieren?
Eine ausführliche Liste aller Hochschulen, die in Deutschland Lehrveranstaltungen zur Bionik anbieten,
finden Sie auf der Seite [Bildung][Studium].
In Europa gibt es
in Großbritannien die University of Reading
und
die University of Bath
,
in Iltalien die Scuola Superiore
in Pisa,
in den Niederlanden die Uni Twente und
in Polen das Institute of Biocybernetics
die bionische bzw. biomechatronische Bildungsgänge anbieten.

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Ist das Bionikstudium ein Vertiefungsstudiengang innerhalb der Biologie?
Kann sein, muss aber nicht. Mittlerweile bieten die verschiedensten Disziplinen und Fachrichtungen Bionik
als Vertiefung an, z. B. Ingenieurwissenschaften, Design, Architektur oder Materialwissenschaftlen. Die
Hochschule Bremen bietet einen kompletten Bachelor-Studiengang (B.Sc.) Bionik an. Daneben gibt es
natürlich auch weiterhin die Möglichkeit, Bionik als Vertiefung für ein konventionelles Biologiestudium
zu studieren. Welche Hochschule was anbietet können Sie auf der Seite
[Bildung][Studium] lesen.

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Was beinhaltet das Bionikstudium?
Da die Arbeitsweisen und -ansätze in den verschiedenen bionisch arbeitenden Gruppen sehr unterschiedlich
sind, lässt sich darauf keine allgemein gültige Antwort geben. Nachfolgend werden einige Lehrfächer mit
Bezug zur Bionik exemplarisch beschrieben.
Das Lehrfach Bionik und Evolutionstechnik an der
TU Berlin soll helfen, einen Missstand in der heutigen
Ingenieurausbildung zu beseitigen. Mangelndes biologisches Wissen der Ingenieure ist vielfach dafür
verantwortlich, dass Technik und Natur in einen Gegensatz geraten. Die Bionik bietet die Voraussetzungen
für eine biologische Grundausbildung für Ingenieure. Den Studierenden wird biologisches und technisches
Wissen parallel vermittelt. Das erleichtert dem Ingenieur den Zugang zur Biologie, und die parallele
Lehrtechnik spart Vorlesungsstoff an anderer Stelle. Der Trend ist, biologieorientierte Ingenieurfächer
wie Bioinformatik, Neurocomputing, Adaptronik, Evolutionäre Algorithmen, Biosensorik, Biomimetik,
Nanotechnik unter der Schirmdisziplin der Bionik zusammenzufassen. So kann der Fächerexplosion eines
zukünftigen Ingenieurstudiums gegengehalten werden.
An der Universität Freiburg ist die Bionik ein Teil der
Fachrichtung Botanik/Biomechanik und funktionelle Morphologie. Zusätzlich zu der eher 'klassischen'
botanischen Ausbildung gibt es Vorlesungen, Praktika und Oberseminare, in denen die Methodik und die
wissenschaftlichen Entstehungswege bionisch inspirierter Produkte gelehrt werden.
An der TU Ilmenau studieren Sie neben klassischen
Technikfächern die integrierte Mechatronik und Mikrosystemtechnik – speziell in ihrer Anwendung in der
biologischen oder ökologischen Forschung oder der Medizin (minimal-invasive Chirurgie, Mikroimplantate
u. a.).

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Welchen Abschluss habe ich danach?
An der TU Berlin erwerben Sie den Abschluss Dipl.-Ing.
(TU) des jeweiligen Schwerpunktfaches (z. B. Elektrotechnik, Verfahrenstechnik, Informatik,
Biotechnologie, ...).
An der Universität Freiburg erwerben Sie den Abschluss
Dipl.-Biol.
An der TU Ilmenau erwerben Sie den Abschluss Dipl.-Ing.
(TU) für Mechatronik bzw. Medizintechnik.
An der Hochschule Bremen erwerben Sie den Abschluss
B.Sc. (Bachelor of Science).

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Welche Unternehmen brauchen Bioniker?
Große Firmen mit eigenständigen Forschungseinrichtungen, z. B. in der Medizintechnik, Robotik,
Fahrzeugtechnik. An Bionik interessierte Firmen sind teilweise im Mitgliederverzeichnis der
GTBB
(Ges. f.
Technische Biologie und Bionik) aufgeführt. Alternativ werden häufig Projekte zur Entwicklung bionisch
inspirierter Produkte als Auftragsforschung an Universitäten vergeben.

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Aus welchen Vorarbeiten (naturwissenschaftlicher, ingenieurtechnischer oder anderer Art) werden die Ideen zur Nutzung bionischer Lösungswege geboren?
Allgemein entstehen Anwendungsideen bei der Beobachtung und Beschreibung interessanter
Phänomene bei Lebewesen, wie beim Lotos-Effekt. Auch der umgekehrte Weg ist
möglich: eine marktbestimmte Fragestellung seitens der Technik wird als Problemstellung
so formuliert, daß es mit einem Lebensvorgang in Analogie gebracht werden kann
und dann entsprechend umsetzbare Lösungsmöglichkeiten aus der Vielfalt
biologischer Varianten ausgewählt. Grundsätzlich bedarf es der Verständigung
von Biologen und Ingenieuren mittels einer gemeinsamen Sprache, z. B. über
graphische Funktionsmodelle, die für beide Gegenstandsbereiche gültig sind.

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Welche spezifischen ökologischen Vorteile zu Konkurrenzprodukten besitzt ein Bionik-Produkt?
Beinhaltet das Bionik-Produkt eine stoffliche oder produktfunktionale Nachhaltigkeit?
Technische Systeme, die nach dem 'Vorbild' der Natur entwickelt wurden und eine ganz
spezielle Funktion realisieren, sind nicht automatisch und generell
umweltfreundlicher, aber besitzen in größerem Maße das Entwicklungs-Potenzial,
in die ökologischen Zusammenhänge eingepasst zu werden. Da die Funktionen
biologischer Systeme vom Molekül bis zur Ökosphäre 'aufeinander abgestimmt'
wirken, ist es wahrscheinlicher, daß auch ein in der Technik realisierter
bionischer Vorgang besser in die Stoffkreisläufe integrierbar ist. In vielen
Fällen geht mit der bionischen Konstruktion eine Energie- und
Materialeinsparung oder eine höhere Produkt-Stabilität einher.

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Können sich sogenannte 'spin offs' aus dem ursprünglichen Bionik-Produkt ergeben?
Weiterentwicklungen sind oft mit Funktionsintegration oder Funktionswechsel verbunden. Insofern das
übertragene biologische Wirkprinzip in vielen Fällen ebenfalls in ganz
verschiedenen Biosystemen 'zum Einsatz' kommt, ist es vielfach offen für
Applikationen in einem weiteren Technikbereich, wie zum Beispiel das
Peristaltik-Prinzip zur Fortbewegung oder zum Stofftransport oder die
Spreizschwingen der Vögel für Flugzeuge als auch für Windkraftanlagen. Zu
erwarten ist darüber hinaus eine bessere Kompatibilität eines Bionik-Produktes
zu einer weiteren bionischen Funktionslösung, wie z. B. der Einsatz
biokompatibler Werkstoffe in bionischen Antriebsystemen von Robotern.
Entstammt eine bionische Anwendung der biologischen Grundlagenforschung, dann kann dasselbe Prinzip in
mehrere technische Anwendungen umgesetzt werden. Der Lotus-Effekt® wurde beispielsweise in so
unterschiedliche Anwendungen wie Fassadenfarbe, Dachziegel und Textilien eingesetzt. Je größer die
Innovation durch eine erfolgreiche Übertragung eines biologischen Prinzips in die Technik ist, desto
weitreichender können die technischen Neuentwicklungen sein.

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Welche Einflüsse wirken auf die Forschung, Entwicklung und Anwendung der Bionik fördernd?
Voraussetzung ist generell die unbehinderte Kommunikation zwischen Fachleuten verschiedener Richtungen,
z. B. Biologen und Ingenieuren. Beide Seiten versuchen dabei, eine gemeinsame Sprache zu finden. Außerdem
erleichtert die systematische, nach technischen Bedürfnissen aufgearbeitete Darstellung biologischer
Phänomene, wie es auch im Bionik-Kompetenz-Netzwerk versucht wird (z. B. durch Prof. Nachtigall und
Prof. Hill) dem in der Industrie arbeitenden Entwicklungsingenieur den Zugang in die organismische
Vielfalt. Das bisher meist zufällige Finden einer möglichen Anwendung oder Lösung wird dadurch zu einem
leichter einschätzbaren Schritt im Entwicklungsablauf. Grundsätzlich ist auch die bionische Forschung von
materiellen Mitteln abhängig, da die Natur 'ihre Lizenzen nicht zum Null-Tarif erteilt'. Da manche
biologische Prinzipien noch wenig erforscht sind, können die Entwicklungszeiten für bionisch inspirierte
Produkte meist nur schwer abgeschätzt werden. Ist viel Grundlagenforschung vonnöten, um das biologische
Prinzip zu verstehen, dauert die Entwicklung entsprechend lange. Dafür können über diese längeren
Entwicklungszyklen auch wirkliche Innovationen für die Technik verfügbar gemacht werden.

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