Die photobiologische Produktion von Wasserstoff ist bereits seit einigen Jahren Gegenstand
der Forschung am Fachgebiet für Bionik und Evolutionstechnik der Technischen Universität
Berlin. Ziel hierbei ist, mittels einer künstlichen Symbiose aus photoautotrophen Grünalgen
und photoheterotrophen schwefelfreien Purpurbakterien, Wasser in Sauerstoff und den universell
einsetzbaren Energieträger Wasserstoff zu spalten.
Dank intensiver Forschung ist es mittlerweile gelungen, die prinzipielle Umsetzbarkeit der
Grundidee in einem Reaktorkonzept zu demonstrieren. Die als am Drängensten angesehenen Probleme,
welche bislang einer Verwirklichung des Konzeptes im Wege standen
- Sauerstoffempfindlichkeit des Schlüsselenzyms Nitrogenase,
- Organismentrennung und Stofftransport,
- Lichtempfindlichkeit der schwefelfreien Purpurbakterien (bei kurzen Wellenlängen) und
- unzureichende Verwertung der Grünalgensaccharide durch die schwefelfreien Prpurbakterien
konnten mittlerweile gelöst werden. Derzeit wird ein dreistufiges Reaktorkonzept mit Grünalgen
zur Kohlehydratproduktion, homofermentativen Milchsäurebakterien zur Kohlehydratfermentation bzw.
Lactatsynthese und schwefelfreien Purpurbakterien als recht aussichtsreich angesehen.